Hauptangebote

Abhängig von der Intensität und Dauer unterscheidet Bussola zwischen verschiedenen Massnahmen.

Notfallplatzierungen

finden als Sofortmassnahme innerhalb von 24 Stunden statt, da eine akute Gefährdung des Kindswohls vorliegt. Diese Massnahme wird von einer Kinderschutzbehörde angeordnet. Die Dauer der Unterbringung ist zu Beginn offen. Unter Berücksichtigung verschiedener rechtlicher Aspekte werden mit den verschiedenen Betroffenen und Beteiligten wesentliche Sachverhalte geklärt, Perspektiven und das weitere Vorgehen festgelegt.

Ziele

Durch die Notfallplatzierung wird die akute Gefährdung des Kindswohles aufgehoben. Kinder und Jugendliche können im geregelten Alltag der Gastfamilie Schutz, Zuwendung und Normalität erleben. Das sind wesentliche Voraussetzungen, um sich vom Geschehenen distanzieren und an die Zukunft denken zu können. Unter Einbezug aller Betroffenen (Kinder und Jugendliche, die Auftraggebenden und Bussola) können weitere flankierende professionelle Hilfen wie Therapie u.a. realisiert werden.

Krisenintervention

bedeutet eine absehbare Gefährdung des Kindswohls abzuwenden, da das angestammte Lebensumfeld  kurz-, mittel oder langfristig aus vielfältigen Gründen nicht in der Lage ist, die notwendige Betreuungsverantwortung zu übernehmen. Diese Massnahme wird in der Regel von einer Kinderschutzbehörde veranlasst. Diese Form der Fremdunterbringung kann innerhalb weniger Tage stattfinden und von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern sowie in eine Langzeitunterbringung umgewandelt werden. Zentral ist die Perspektivenklärung – d.h. Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder Kontinuität in einer Pflegefamilie.

Ziele

Die absehbare Gefährdung des Kindswohles wird abgewendet. Die Zuständigkeit für die Begleitung und Unterstützung der Herkunftsfamilie wird zwischen den Fachpersonen geregelt. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen erhalten in den Pflegefamilien Verständnis und einen geregelten Alltag. Die Kinder und Jugendlichen werden aktiv an ihrer eigenen Zukunftsplanung beteiligt. Unter Einbezug der Auftraggebenden und der Fachpersonen von Bussola können weitere flankierende, professionelle Hilfen wie Therapie u.a. realisiert werden.

Time-out

Beinhaltet eine zeitlich befristete Auszeit aus dem aktuellen Lebensumfeld. Diese Form der Fremdunterbringung kann innerhalb weniger Tage stattfinden. Ein Time-out dient der Unterbrechung einer eskalierenden Konfliktsituation im aktuellen Lebensumfeld von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Diese Massnahme wird von der Herkunftsfamilie selber oder einem Heim in Zusammenarbeit mit den zuständigen Auftraggebenden veranlasst.

Ziele

Die zeitlich begrenzte Trennung und die damit verbundene räumliche Distanz zum unmittelbaren Lebensmittelpunkt ermöglichen eine Entspannung der Situation und der betroffenen Personen. Die Zuständigkeit für die Begleitung und Unterstützung der Herkunftsfamilie wird zwischen den Fachpersonen geregelt. Bei Bedarf steht die Fachperson von Bussola zur Nachbetreuung bei einer Rückkehr in die Herkunftsfamilie zur Verfügung.

Langzeitunterbringung

in einer Pflegefamilie ist angezeigt, wenn im angestammten Umfeld von Kindern und Jugendlichen keine Partner zur Übernahme von elterlicher Verantwortung zur Verfügung stehen und wesentliche elterliche Kompetenzen aus unterschiedlichen Gründen langfristig nicht wahrgenommen werden können. Eine Langzeitunterbringung kann eine Anschlusslösung an eine Krisenintervention bedeuten und gilt ab einem Aufenthalt von mehr als 6 Monaten in einer Pflegefamilie von Bussola. In diversen Abklärungsgesprächen, einer aktiven Mitbeteiligung der betroffenen Kinder und Jugendlichen, Schnupperbesuchen in den Pflegefamilien von Bussola, dem Einbezug der Herkunftsfamilie und den zuständigen Auftraggebenden, können Chancen und Risiken abgewogen werden. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen Bereitschaft zeigen, sich auf diese Lösung einzulassen.

Ziele

Kinder und Jugendliche erhalten einen neuen Lebensmittelpunkt in einer Pflegefamilie von Bussola. Dazu gehört der Besuch der öffentlichen Schule, die Phase der Berufswahl, einer entsprechenden Ausbildung oder Lehre. Diese Kinder und Jugendlichen werden auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter von Bussola kontinuierlich begleitet. Gemeinsam werden mittel- und langfristige Ziele sowie Vorgehensweisen festgelegt und umgesetzt. Die Zuständigkeit für Begleitung und Unterstützung der Herkunftsfamilie wird zwischen den Fachpersonen geregelt.